Leseprobe 1

 

„Wie herrlich ist es, dass niemand auch nur eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt zu verändern.“ Anne Frank

 

Eine der großen „Verführungen“ für den Teamcoach ist, dass er sich durch seine Rolle berufen fühlt, sein „Helfersyndrom“ auszuleben. Aber Teamcoaching geht nicht von der Grundhaltung aus, „Ich helfe Ihnen“, sondern: „Wir erarbeiten die Lösung, ich unterstütze und begleite Sie dabei.“

 

Nichts wird von einem Team mehr respektiert und akzeptiert als selbst entwickelte Lösungen, für die der Teamcoach eine Art „Steigbügelhalter“ oder Katalysator war, nicht mehr.

 

Was Teamcoaching nicht sein sollte:

• Gespräche, Gespräche und noch mal Gespräche, bis zum Abwinken

• Antreiben nach dem Motto: machen, machen, machen bis zum Umfallen

• Autoritäres Herrschen, willkürliches Befehlen, schikanierendes Dirigieren

• Zielloser Aktionismus

• eine multifunktionale Allzweckwaffe

• neuer Wein in alten Schläuchen

• Therapieersatz

• nur Feedback, ausschließlich Kritik, ständige Korrektur

• nur „Wunder“-Fragen stellen („was wäre, wenn ...“)

• Belehrung oder Schulmeistern eines Teams

• Selbstzweck

• perfektes Vormachen

• einmalige Intervention oder endloser Prozess

 

Teamcoaching will sowohl die Leistungsfähigkeit und Lösungskompetenz der Teammitglieder und die des Gesamtteams erhöhen, als auch deren Zufriedenheit. Deshalb ist es wichtig, dass der Teamcoach nicht nur kritisch den Spiegel vorhält, Zauber- oder Wunderfragen stellt und Selbstreflexion des Teams betreibt, sondern auch auf die Stärken und das Entwicklungspotenzial des Teams achtet. Dabei spielt die Würdigung und Wertschätzung des schon Erreichten eine wesentliche Rolle. „Das ist doch eine Selbstverständlichkeit, dafür werden die Mitarbeiter ja schließlich bezahlt“, oder „Nicht gemotzt, ist schon genug gelobt“, denkt viel zu oft immer noch so manche Führungskraft.

 

Doch die Bestärkung von positiven Eigenschaften und Stärken der Teammitglieder durch den Teamcoach, ist für ein partnerschaftliches, wertschätzendes Teamcoaching unerlässlich, sonst ist es in der Gefahr, zur ständigen Manöverkritik zu verkommen und von den Teammitgliedern als „Abwatschen“ verstanden zu werden, wobei sich dann bald der so genannte „Durchzugseffekt“ einstellt.

 

Nur wenn Stärken wirklich erkannt wurden, können sie weiter entwickelt und gefördert werden. Und das ist in der Regel einfacher als Schwächen zu beseitigen. Beides benötigt Zeit und kontinuierliche Förderung.

 

Deshalb sollte Teamcoaching als Prozess und nicht als einmalige Intervention verstanden werden.

 

(Kapitel 1.3: Was ist Teamcoaching nicht? S. 23)

 

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