Leseprobe 3

 

Wie Teamcoaching gelingt: Die 10 Gebote

 

1. Seien Sie ein klares Vorbild bei allen Aktionen als Teamcoach

Taten sagen mehr als Worte. Was Sie tun, wird viel mehr in Erinnerung bleiben als das, was Sie sagen. Das authentische Handeln von Teamcoachs ist entscheidend dafür, dass die Teammitglieder ein Vertrauen entwickeln können. Ein berechenbares, konsequentes Handeln und charakterliche Integrität sind daher wirksamer und erfolgreicher als nur Worte. Entsteht auf diese Weise ein wechselseitiges Vertrauen, so tolerieren die Teammitglieder auch Fehler des Teamcoachs. Das ist wichtig, da Fehler immer wieder passieren.

 

2. Handeln Sie als enthusiastischer Teamspieler

 

Um in der obersten Liga wettbewerbsfähig zu sein, brauchen Sie ein geeintes Team, was sich auch als Team versteht. Es gibt genügend Beispiele aus dem Sport, wo die Ansammlung vieler (teurer) individueller Künstler nicht der Garant für Erfolg darstellt. Die Mitglieder Ihres Teams werden beurteilt, befördert und entlohnt auf der Basis ihrer Anstrengungen und Spielweise im Team. Nutzen Sie die Stärken Ihrer Mitspieler. Die Stärken von Mitspielern mit ihren Aufgaben in Einklang zu bringen, ist wichtiger als deren Schwächen zu beheben. Richten Sie Ihren Fokus daher auf die individuellen Stärken.

 

3. Leiten Sie ihr Team im Rahmen von Prozessen (Abläufen)

 

Definieren Sie Prozesse, weisen Sie die Arbeit an diesen den Teammitgliedern zu und kommunizieren Sie die erzielten Ergebnisse und Antworten. Auf Grund des Wachstums wird die Prozessorientierung notwendig. Ihre Teammitglieder, die „Prozess-Chefs“, definieren ihn, entscheiden wann und wie Entscheidungen getroffen werden und bestimmen darüber, wann andere zur Entscheidungsfindung beitragen können. Diese Vorgehensweise schafft für jede wichtige Entscheidung im Team (im Unternehmen) einen Eigner, der verantwortlich dafür ist, dass die Entscheidung getroffen wird.

 

4. Delegieren Sie das Treffen von Entscheidungen

 

Teamcoachs müssen fähig sein, Entscheidungen auf die unterste kompetente und fähigste Ebene zu verlagern. Sagen Sie den Teammitgliedern, was der Zielpunkt ist, den Weg dorthin werden sie selbst finden. Stellen Sie sicher, dass Entscheidungen, für die Sie verantwortlich sind, auch getroffen werden; Einvernehmlichkeit ist nicht immer möglich. Streben Sie eine möglichst breite Beteiligung bei der Entscheidungsfindung an, aber stellen Sie sicher, dass entschieden wird. Je mehr Personen zugestimmt haben, umso sicherer ist die Umsetzung. Es wird Minderheiten/Andersdenkende geben, auf die Sie besonders nach der Entscheidung achten sollten. Diese sind oft die Keimzelle von Entscheidungsboykott oder auch Sabotage. Alle anderen waren ja für die Entscheidung und benötigen nicht diese Aufmerksamkeit.

 

5. Tragen Sie die Entscheidungen anderer mit

 

Wenn Sie Entscheidungen, denen Sie nicht zustimmen, nicht unterstützen können, werden Sie nicht erfolgreich sein.

 

6. Nutzen Sie Teammeetings

 

Teammeetings sind das Instrument, um vorbildhaftes Verhalten, Professionalität und Coachingkompetenz zu zeigen. Jeder Teamcoach sollte etwa zweimal pro Monat ein Teammeeting mit seinem Team planen (besser einmal wöchentlich). Meetings sollten dazu dienen herauszufinden, wie die verschiedenen Prozesse arbeiten und Probleme der Vorgehensweise adressieren. Planen Sie max. zwei Stunden und planen Sie auch Zeit ein für das „Unplanbare“, es passiert mit Sicherheit. Und, wenn die Zeit um ist, ist sie abgelaufen!!! Die meisten Ihrer Teammitglieder, Sie auch, haben Anschlusstermine und wollen dort ebenfalls pünktlich sein. Wichtig: Konzentrieren Sie sich in den Teammeetings auf das Wesentliche: Konzentration ist der Schlüssel zum Ergebnis (siehe Kapitel 7.2).

 

7. Beseitigen Sie die Ursachen von Problemen - nicht nur die Symptome

 

Versuchen Sie tatsächlich sich in Ihrer Position als Teamcoach überflüssig zu machen. Da es Ihre Aufgabe ist Probleme zu lösen, würde sich bei Beseitigung der Ursachen dieser Probleme Ihre augenblickliche Tätigkeit erübrigen. Sie wären frei für größere und interessantere Herausforderungen, die zu Ihrem persönlichen Wachstum und dem des Unternehmens beitragen können.

 

8. Schreiben Sie Wichtiges auf

 

Sie verstärken die Auswirkungen Ihrer Bemühungen innerhalb des Unternehmens, wenn Sie Dinge aufschreiben und anderen - vertikal und horizontal - zur Verfügung stellen. So wird Bürokratie verringert, die Kommunikation verbessert und gleichartige Durchführung gesichert. Es ist ein Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung (KVP).

 

9. Loben Sie herausragende Leistungen

 

Zeigen Sie Ihre Wertschätzung. Orientieren Sie sich dabei an den Resultaten. Beurteilen Sie das Ergebnis Ihrer Teammitglieder, nicht deren Input in Form von Fleiß oder Zeitaufwand. Denn je effektiver jemand arbeitet, desto größere Aufgaben bewältigt er. Loben Sie, es kostet nichts, und feiern Sie die Erfolge des Teams. „Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar!“

 

10. Bewahren Sie professionelle Diskretion

 

Dies umfasst persönliche Angelegenheiten Ihrer Teammitglieder, vertrauliche Kundeninformationen, finanzielle Informationen, neue Produktinformationen, usw. Mangelnde Verschwiegenheit kann dem Einzelnen oder auch dem Unternehmen schwer schaden. Wenn Sie jemand nach Gerüchten fragt, verleugnen Sie nicht, dass Sie welche kennen, aber machen Sie ebenso klar, dass Sie es für kontraproduktiv halten, sich darüber auszutauschen.

 

(Kapitel 3.2 Elementare Teamcoaching-Aufgaben: Die Führungskraft mit Führungs-Kraft, S. 90ff)

 

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