Motivation

Tipps zum Thema Motivation

Das Wort "Motivation" wird gerne und viel gebraucht. Aber was steckt eigentlich dahinter? Hier einige Tipps, wie Sie Ihre persönlichen Motivationsknöpfe nutzen und Motivationsblockern begegnen können.

 

Häufig hören wir in Seminaren: "Uns müsste man mal motivieren"; "Ich soll andere motivieren, aber wer motiviert mich?!" usw.

 

Reinhard Sprenger, der Autor des Buches "Mythos Motivation" stellt die These auf,  "Keiner kann Sie motivieren, außer Sie sich selbst!" Er untermauert diese These mit dem Argument, sobald Sie Ihre Freude an der Arbeit oder Ihre Lust am Leben von anderen abhängig machen, machen Sie sich selbst zum Spielball anderer und geben die Verantwortung für Ihr Leben in andere Hände.

 

Das ist zwar manchmal bequem - nach dem Motto: "das schlechte Wetter drückt auf meine Laune, deswegen geht's mir heute schlecht" werden andere und sei es sogar das unschuldige Wetter für die eigene Misere verantwortlich gemacht. Ein Bauer jedoch  freut sich vielleicht zur selben Zeit über den heißersehnten Regen. Es kommt also entscheidend darauf an, wie ich auf Einflüsse von draußen reagiere und ob ich mich davon "regieren" lasse. So lässt sich nachvollziehen, dass Sprenger sagt: Letztlich können wir uns nur selbst motivieren.

 

Seminarteilnehmer antworten auf die Frage, was motiviert Sie besonders, häufig mit folgenden Aussagen:

  • "mein Partner"
  • "meine Familie"
  • "meine netten Kollegen"
  • "die gute Atmosphäre in der Firma"
  • "mein Chef, der zuhört und auch Ideen von mir aufnimmt"
  • "meine Selbständigkeit in der Arbeit"
  • "dass ich unsere Ziele kenne"
  • "ein netter Kunde, der sich extra bei mir bedankt"

Zweifellos gibt es Menschen und Umstände, die uns den Alltag verschönern oder vergällen können. Aber vergessen Sie nicht, letztlich entscheiden Sie, ob Sie sich davon motivieren lassen oder nicht. So mag z.B. ein eingefleischter Single wenig Motivierendes an Familienleben finden oder ein Teammuffel sich wenig für die netten Kollegen interessieren, weil er grundsätzlich lieber allein arbeitet. Wer sein Leben lang nichts anderes kennen gelernt hat, als Anordnungen fraglos auszuführen, wird nicht begeistert "Hurra" schreien, wenn ihm plötzlich selbständige Entscheidungen übertragen werden. Im Gegenteil, das kann Angst einflößen.

 

Wenn Sie nun näher betrachten, was Ihnen gut tut, was Ihnen Spaß macht, kommen Sie Ihren persönlichen "Motivationsknöpfen" bedeutend näher. Schreiben Sie spontan auf, was ...

  1. ... Ihnen persönlich Spaß macht!
  2. ... Sie zu Höchstleistungen anspornt!
  3. ... Sie frustrieren kann!
  4. ... Sie tun, um bei Frust oder unangenehmen Aufgaben wieder Spaß zu entwickeln?

Jetzt haben Sie einige Antworten, die Ihnen Aufschluss über Ihre Motivation in Ihrem heutigen Bedingungsrahmen geben.

Motivieren, geht das denn?

Viele Menschen berauben sich ihrer eigenen Motivation, indem sie sich als Opfer empfinden. Ein Beispiel: Ein junger Vater erzählte ganz begeistert von seinem neugeborenen Sohn. Er erzählte von seinen Plänen: "Ich will ihm eine Wiege bauen, ich will mit ihm Fußball spielen, ich will, dass er ein gute Ausbildung bekommt etc." - Irgendwann lief es in seiner Firma schlechter, er wurde arbeitslos. Zwar nur für kurze Zeit, aber etwas hatte sich verändert: Er sprach nicht mehr von "Ich will", sondern: "Ich muss ja für meine Familie sorgen", "Ich muss genügend Geld verdienen, damit der Kleine später eine gute Ausbildung bekommt; ich muss in die Arbeit etc."

 

Plötzlich hatte sich seine freie Entscheidung von "ich will" zu einer Opferhaltung "ich muss ja", einem äußeren Druck, entwickelt. Wer Druck empfindet, wird stressanfällig und gibt diesen Druck oft an andere (Kollegen oder Familie) weiter. Oder man flieht in Süchte wie Alkohol oder Arbeit oder geht im Extremfall "mal kurz zum Zigarettenholen" und kommt nicht wieder.

 

Sie haben vielleicht schon den Spruch gehört: "Es gibt sehr wenig, was man wirklich muss. Nur Eines scheint sicher, nämlich dass wir alle sterben müssen." Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, was man wirklich tun muss. Zweifellos können uns äußere Umstände beunruhigen, ängstigen und großen Druck auf uns ausüben. Doch Ängste können oft größere Schatten werfen als der Eintritt der Befürchtungen selbst.

Hier einige Tipps, wie Sie Motivations-Blocker in den Griff bekommen

1. Initiative ergreifen

Lassen Sie sich von Angst nicht lähmen, sondern tun Sie etwas: Tragen Sie zum Erfolg der Firma bei, machen Sie Verbesserungsvorschläge; nutzen Sie Weiterbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten; tun Sie regelmäßig etwas für das Glück und die Harmonie in ihrer Familie (von nichts kommt nichts) und tun Sie etwas für Ihre Gesundheit. Wer zuviel isst, trinkt oder sich zuwenig bewegt, ist irgendwann Herzinfarkt-gefährdet. Dass Rauchen die Gesundheit schädigt, steht auf jeder Zigarettenschachtel. Dennoch interessiert es keinen Raucher. Das Wissen haben wir! Sie entscheiden, ob Sie konsequent etwas tun wollen (und dabei Ihren inneren Schweinehund überwinden).

2.  Verantwortung für sich übernehmen

Wann immer Sie merken, dass Sie sagen "...ich muss" - probieren Sie statt dessen "ich will" oder "ich kann" zu sagen. Sprache verändert das Bewusstsein und umgekehrt. Viele sagen, sie spüren ein Gefühl der Erleichterung und wachsen innerlich geradezu, wenn sie sagen "Ich will jetzt zur Arbeit" statt "Ich muss zur Arbeit".

3. Grenzen ziehen

Wenn Sie "nein" sagen wollen, sagen Sie nicht "ja". Wer sich überfordert fühlt und unter Stress gerät, ist oft "zu gut für diese Welt". In unseren Zeitmanagement-Seminaren hören wir als Zeiträuber Nummer 1 "Ich kann nicht nein sagen". Ja, es ist manchmal schwer, nein zu sagen. Es kostet Sympathien, Zuneigung, Dankbarkeit. Entscheiden Sie selbst: Wo wollen Sie wirklich - aus eigenem Antrieb - jemandem helfen und wo haben Sie Angst, sich es mit jemandem zu verderben? Dort sind Sie in der Abhängigkeitsfalle. Sie sind dann wieder das Opfer der Sucht nach Anerkennung, Dankbarkeit etc.

4. Carpe diem

Nutzen Sie Ihre Motivationsknöpfe, um sich das Leben angenehmer zu gestalten. Jeder Tag ist kostbar.  Fragen Sie sich jeden Tag: was waren die drei schönsten Erlebnisse heute?

 

Manche Menschen warten darauf, dass eines Tages der Märchenprinz oder die Lottofee an ihre Türe klopft und sie "erlöst". Alle Hoffnungen werden auf andere projiziert. Und weil die Aussicht auf den Märchenprinz oder die  Lottofee eher gering ist, verstreicht das Leben - ohne dass etwas passiert.

 

Wer sein Leben passieren lässt, verhält sich passiv, wer sein Leben selbst gestaltet, aktiv.

 

Manchmal erscheint das Ziel so weit weg oder der Berg so hoch, dass man gleich entmutigt wieder aufgibt. Dabei lässt sich auch ein Elefant essen - Stück für Stück!

5. Ziele setzen

Hilfreich ist es, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Wenn Sie herausgefunden haben, wo Ihre Stärken liegen, wenn Sie so leidenschaftlich an einer Sache arbeiten, dass Sie die Zeit vergessen, dann können Sie daraus Ihr "Erfolgsprodukt" entwickeln.

6. Bewusste Wahl von Freunden/Partnern

Suchen Sie sich Menschen, die an Sie glauben, Sie unterstützen und Sie positiv fordern.

Meiden Sie diejenigen, die Sie entmutigen mit Aussagen wie "Das schaffst du nie!".

Wir sind in der Lage, wesentlich mehr zu vollbringen als wir uns selbst oder andere uns zutrauen. Wir bereuen im Leben meist das, was wir nicht getan haben.

 

Woran also wirklich Ihr Herz und Ihre Leidenschaft hängt, daran arbeiten Sie. Denn es wird das sein, was Sie lebendig, zufrieden, menschlich, kraftvoll und letztlich auch erfolgreich macht.

7. Das innere Parlament regieren

Kennen Sie den Zustand, dass man mit sich selbst diskutiert? Da melden sich Stimmen, die einem sagen: "das geht doch nicht", "du müsstest dich mehr um x kümmern", "in deinem Alter tut man so etwas nicht" - diese Stimmen stehen für verschiedene Aspekte unserer Persönlichkeit, hier z.B. den ängstlichen, den schuldbewussten und  den moralischen Teil. Alle wollen natürlich recht haben und dass man sich nach ihren Außagen richtet. Hören Sie sich ruhig an, was Ihre einzelnen Parteien zu sagen haben, denn sie meinen es gut mit Ihnen.

 

Wichtig ist, dass Sie der Chef bleiben: wenn Ihnen z.B. eine Stimme sagt: "Rollerblades fahren, fände ich ganz toll. Das würde mir unheimlich viel Spaß machen." Und eine andere sagt: "Dafür bist du mit deinen 45 Jahren viel zu alt. Willst du dich lächerlich machen?!" und eine dritte gibt zu bedenken: "Du kannst dich dabei ganz schön verletzen, lass es lieber bleiben!" Dann hat jede Stimme ihre Berechtigung. Jetzt wäre für den "Parlamentspräsidenten" eine mögliche Lösung, einen Kompromiss zu suchen, z.B. "Gut, ich will es gerne mal ausprobieren und leihe mir erst mal Rollerblades. Um mich nicht lächerlich zu machen, übe ich an einem ruhigen Plätzchen und ziehe mir dicke Jacken und Schoner an. Wenn es mir nach 3 mal Üben immer noch Spaß macht, kaufe ich mir welche." Manchmal gibt es jedoch auch Situationen, da hört man ständig nur den Nörgler in sich, den destruktiven Kritiker, der alle anderen leiseren Stimmen niederbrüllt. Der kann die eigenen Motivatoren ganz schön in Schach halten. Da brauchen Sie Ihre Fähigkeiten als Chef, um sich durchzusetzen und nicht zum schwachen Schattenkabinett eines lautstarken Oppositionellen zu werden.

8. Gutes tun

Es gibt Dinge, die den meisten Menschen gut tun: ein Lachen; eine lustige Geschichte; ein teilnahmvolles Gespräch; eine freundliche Geste; zuhören, echtes Interesse - so können Sie im weitesten Sinne auch andere motivieren.

 

Durch kleine Gesten und vor allem die Art, wie wir miteinander kommunizieren, können wir uns gegenseitig viel zusätzliche Motivation und Freude schenken.

 

Seminar zum Thema: Führung Intensiv 1

 
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