Das Seepferdchen
Es war einmal ein Seepferdchen, das eines Tages seine sieben Taler nahm
und in die Ferne galoppierte, sein Glück zu suchen. Es war noch gar nicht
weit gekommen, da traf es einen Aal, der es ansprach: "Pst, Hallo, Kumpel.
Wo willst du hin?" "Ich bin unterwegs mein Glück zu suchen," antwortet das
Seepferdchen stolz. "Da hast du's ja gut getroffen," sagte der Aal, "für vier
Taler kannst du diese schnelle Flosse haben, damit kommst du viel besser
voran." "Ei, das ist ja prima," sagte das Seepferdchen, bezahlte, zog die Flosse
an und glitt mit doppelter Geschwindigkeit von dannen.
Bald kam es zu einem Schwamm, der sagte: "Pst, Hallo, Kumpel. Wo willst du
hin?" "Ich bin unterwegs mein Glück zu suchen," antwortete das Seepferdchen.
"Da hast du's ja gut getroffen," sagte der Schwamm," für ein kleines Trinkgeld
überlasse ich dir dieses Boot mit Düsenantrieb; damit könntest du viel schneller
reisen." Da kaufte das Seepferdchen von seinem letzten Geld das Boot und
sauste mit fünffacher Geschwindigkeit durch das Meer.
Bald traf es auf einen Haifisch, der fragte: "Pst, Hallo, Kumpel. Wo willst du
hin?" "Ich bin unterwegs mein Glück zu suchen," antwortete das Seepferdchen.
"Da hast du's ja gut getroffen. Wenn du diese kleine Abkürzung machen willst,"
sagte der Haifisch und zeigte auf seinen geöffneten Rachen, "sparst du eine
Menge Zeit." "Ei, vielen Dank," sagte das Seepferdchen und sauste in das
Innere des Haifisches.
Die Moral der Geschichte: Wenn man nicht genau weiß, wohin man will,
landet man leicht da, wo man nicht hin wollte. (Robert Mager)

