5. Fördern und Entwickeln

Fördern und Entwickeln

Durch die richtige und regelmäßige Wahrnehmung der vorangegangenen vier Aufgabenbereiche, Ziele vereinbaren, Organisieren und Delegieren, Entscheidungen treffen und Kontrolle, tun Sie als Führungskraft bereits viel für die Entwicklung und Förderung Ihrer Mitarbeiter. Folgende Personalentwicklungsinstrumente stehen Ihnen zur Verfügung.

 

Checkliste: Welche Instrumente benutzen Sie?

 

• Sinnvolle Auswahl- und Einarbeitungsverfahren

• Klare Ziele und Leistungserwartung

• Instrumente der Analyse und Qualifizierung

• Entwicklung durch Training (on the job), Coaching, Mentoring, Delegation

• Vertrauen und Kontrolle

• Strukturierte Mitarbeitergespräche

• Motivation und Steuerung durch Lob und Kritik

• Potenzialanalyse und Karriereplanung

• Nachhaltigkeit und Transfer

 

Leistung und Performance werden in starkem Maße von der eigenen Motivation und den persönlichen Motiven gesteuert.

 

 

Eigenmotivation

Motivieren heißt, das freiwillige Engagement der Mitarbeiter für gemeinsame Ziele zu gewinnen.

 

Wie erfahre ich etwas über die Motive meiner Mitarbeiter?

 

Die Eigenmotivation von Mitarbeitern ist die Voraussetzung für deren Erfolg. Deshalb sollte jede Führungskraft dazu fähig sein, die Motive des Mitarbeiters zu erfragen und ihre Führungsarbeit gleichermaßen auf die Unternehmensziele und auf diese Motive auszurichten. Hierzu eignet sich folgender Leitfaden als hervorragendes Instrument. Wer die Motive seines Mitarbeiters kennt und ihm die Möglichkeit gibt, diese im Arbeitsumfeld umsetzen zu können, schafft Vertrauen und gleichzeitig die Voraussetzung für intrinsische Motivation (Eigenmotivation) und das ist der Garant für eine hohe Arbeitsleistung.

 

Nutzen Sie die 16 Lebensmotive von Reiss, um Ihre Mitarbeiter besser zu verstehen.

 

 

Die 16 Lebensmotive

Der Psychologe Dr. Steven Reiss deckte auf, dass so gut wie alles, was wir tun, auf 16 grundlegende Lebensmotive zurückgeführt werden kann. Mehrere dieser Motive bilden, mehr oder weniger stärker gewichtet, die Triebfeder im Leben. Diese Aufstellung ist ohne Wertung in der Reihenfolge:

1. Macht: Erfolg, Leistung, Führung, Einfluss

2. Unabhängigkeit: Freiheit, Selbstgenügsamkeit, Autarkie

3. Neugier: Wissen, Wahrheit

4. Anerkennung: Soziale Akzeptanz, Zugehörigkeit, positiver Selbstwert

5. Ordnung: Stabilität, Klarheit, gute Organisation

6. Sparen: Anhäufung materieller Güter, Eigentum

7. Prinzipien: Loyalität, moralische charakterliche Integrität

8. Idealismus: Soziale Gerechtigkeit, Fairness, Mitgefühl

9. Kollegialität: Freundschaft, Kameradschaft

10. Fürsorge: "für einander da sein"

11. Status: "social standing", Reichtum, Titel, öffentliche Aufmerksamkeit

12. Herausforderung: Wettbewerb, Konkurrenz

13. Ästhetik: Schönheit, Kunst, Musik, Spaß

14. Ernährung: Essen, Nahrung, Sinne, Genuss

15. Körperliche Aktivitäten: Fitness, Bewegung, Vitalität, Lebenskraft

16. Ruhe: Entspannung, emotionale Sicherheit

 

(Motive in Anlehnung an Steven Reiss)

 

 

Tipps für das Mitarbeitergespräch

1. Die Besprechung der Motive von Menschen setzt ein Vertrauensverhältnis voraus, da der Mitarbeiter Persönliches über sich offen legt. Signalisieren Sie Ihrem Mitarbeiter, dass Ihnen das bewusst ist und Sie das respektieren. Manche Mitarbeiter öffnen sich erst im Laufe der Zeit. Haben Sie deshalb Geduld.

2. Achten Sie auf die Einhaltung der Feedback-Regeln. Das Gespräch sollte in einer für beide Seiten angenehmen Umgebung ohne Störungen von Außen stattfinden. Wählen Sie möglichst eine neutrale Umgebung (nicht Ihr Büro).

3. Lassen Sie Ihren Mitarbeiter von den 16 möglichen Motiven drei auswählen, die ihn im beruflichen Kontext besonders ansprechen.

 

Danach hinterfragen Sie die drei ausgewählten Motive nach Bedeutung, Zusammenhang, Priorität und Ausprägung, um ein besseres Verständnis für die Auswahl Ihres Mitarbeiters zu erhalten. Erstellen Sie daraufhin gemeinsam mit ihm eine Ideenliste, mit der geklärt wird, was er tun kann, tun möchte und was Sie als Führungskraft tun können, damit er gemäß seinen Motiven arbeiten kann!

 

Prüfen Sie die Ideen nach Umsetzbarkeit und Realitätsnähe! Danach erstellen Sie einen Maßnahmenplan für die Umsetzung praktikabler Ideen aus der Ideenliste. Denken Sie bitte daran, dass die Umsetzung Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb ist manchmal weniger mehr. Ihr Umsetzungsplan sollte dabei so konkret wie möglich sein.

 

Bevor eine Führungskraft beginnt, mit den Mitarbeitern über Motive zu sprechen, sollte sie dies einmal für sich selbst tun und sich fragen, welche Motive sie als Führungskraft im Beruf bewegen. Die eigene Erfahrung im Umgang mit dieser für manche neuen Art und Weise der Perspektive schafft ein Verständnis für die Methode und für eventuelle "Fußangeln".

 

 
 
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