Ruhe und den Blick aufs Ganze bewahren

 

Manchmal scheint es, als gäbe es keine guten Nachrichten mehr. Immer wieder hören wir, kaum schalten wir das Radio oder den Fernseher ein, wie viele Milliarden uns hier und dort fehlen, dass unsere Gesellschaft überaltert, dass Reformen zwar notwendig sind, aber nur schwer in die Gänge kommen, dass die Renten nicht mehr sicher sind, die Arbeitsplätze sowieso nicht und unsere Zukunft erst recht nicht ! Und weil das ewige Gejammere nun schon so lange andauert und uns überall entgegenschallt, wird unsere "gefühlte Lage" immer schlechter. Und obwohl es uns eigentlich ganz gut geht, fühlen wir uns allmählich richtig schlecht.

 

Dabei sollten wir bewusst machen, dass gegenwärtig mehr als ¾ der Weltbevölkerung sofort - ohne Ansehen der Person - mit unserem Schicksal tauschen würde und wenn wir einem unserer Ahnen von unserer Situation erzählen würden, wünschte er vermutlich augenblicklich lebendig zu sein, um dieses Paradies auf Erden selbst zu erleben. Wieder mal alles eine Frage der Perspektive!

 

Keine Frage, die Zeichen stehen zur Zeit auf Sturm, aber gerade dann braucht man Ruhe, inneren Halt und eine distanzierten Blick auf das Ganze.

 

Hierfür ein paar Tipps:

  1. Notieren Sie sich Dinge, für die Sie dankbar sind (z.B. per Zufall in dieses reiche Land geboren zu sein, nie aus Not hungern zu müssen, Ihre Meinung frei äußern zu dürfen etc. ) - längst vergessene "basics", die uns in den Schoß gefallen sind, und Geschenke des Lebens (z. B. gesunde Kinder, ein(e) liebe(r) Partner(in), gute Freunde etc.).
  2. Versuchen Sie gefühlte und echte Lage auseinander zu halten: was sind Fakten? Was ist irrational?
  3. Ggf. analysieren Sie mit einem Coach Ihre Situation und suchen Sie gangbare Lösungen. Wie Sie den richtigen Coach finden?
  4. Unterscheiden Sie in Ihrem Kollegen-, Mitarbeiter-, Freundeskreis zwischen echten Sorgen und Nöten und Scheinproblemen.
  5. Seien Sie ein guter Zuhörer und Coach bei den echten Problemen, klar konfrontierend bei der zweiten Kategorie. Keiner wird als Mülleimer geboren, aber manchmal wird man dazu missbraucht.
  6. Katastrophenmeldungen verkaufen sich nun mal gut, aber müssen Sie alles essen, was man Ihnen vorsetzt? Achten Sie bei Ihrer Nachrichten-"Nahrungsaufnahme" darauf, dass Sie einen gesunden Mix angereichert mit vielen "good news" zu sich nehmen. Sonst gibt's auf Dauer Verdauungsschwierigkeiten ! Damit Sie länger davon haben, erzählen Sie die guten Nachrichten weiter. (z.B. ist Frankfurt aufgestiegen - Sie erinnern sich, dass wir in Sorge waren;))
  7. Führen Sie so etwas wie ein Tagebuch der schönen Erlebnisse: das können interessante Begegnungen, ein Durchbruch in der Arbeit, ein Wochenendtrip etc. sein und lesen Sie ab und zu darin, wenn es Ihnen mal nicht so gut geht.
  8. Hin und wieder tut es schon aus Gründen der Psychohygiene gut, sich Ärger und Sorgen von der Seele zu reden, aber tun Sie es a) nicht zu lange b) nicht zu oft und c) nicht immer mit denselben Menschen (siehe 5) und d) nicht wegen jeder Lappalie.
  9. Machen Sie in größeren Abständen immer wieder mal eine Inventur: wo stehe ich? wo will ich hin? - und achten Sie dabei auch die 4 Lebensbereiche.
  10. Gejammere sorgt vorübergehend für Gemeinschaftsgefühl und für die nicht ganz ungefährliche Verlagerung der Verantwortung für die Misere auf einen Sündenbock. Die Verantwortung für unser Leben und für unseren Beitrag im Job, in der Familie, Gemeinschaft kann uns keiner abnehmen. Der letzte Tipp stammt von einem Coachee, der sagte, er habe sich ein Schild geschrieben und unter den Spiegel im Bad geklebt:

"Für alles, was Du tust, trägst Du die Verantwortung - auch für das, was Du nicht tust." und dann zur Aufmunterung: "Gut schaust Du heute wieder aus :)"

 

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